Gamechanger in der Testautomatisierung: Vom Flaschenhals zum Beschleuniger dank Low-Code
In vielen Organisationen steigt der Druck gleichzeitig aus zwei Richtungen: Releases werden häufiger, während die Systemlandschaft komplexer und stärker integriert wird. Die Folge ist oft eine Qualitätssicherung, die zum Flaschenhals wird, da sie den Spagat zwischen hoher Release-Frequenz und wachsender Systemkomplexität ohne skalierbare Ansätze kaum noch bewältigen kann. Hier kommt auch die klassische, codebasierte Testautomatisierung an ihre Grenzen.
Ein wiederkehrendes Muster, welches wir in vielen unserer Projekte beobachten: Es existieren bereits erste automatisierte Tests, aber sie sind schwer wartbar, stark von einzelnen Expert:innen abhängig und wachsen nicht mit den Anforderungen. Genau an diesem Punkt wird Low‑Code Testautomatisierung zum Gamechanger, der die hohe Release-Frequenz durch schnellere Erstellung und Anpassung von Tests nicht nur mitträgt, sondern erst nachhaltig ermöglicht.
Geschwindigkeit trifft Skalierbarkeit
Der entscheidende Vorteil von Low-Code (LC) und No-Code (NC) Ansätzen liegt nicht darin, dass sie Entwickler:innen ersetzen. Ihr wahrer Wert entsteht dadurch, dass sie den Engpass „Testautomatisierung“ demokratisieren. Statt auf begrenzte Coding-Ressourcen zu warten, können Fachexpert:innen und QA-Teams Tests direkt dort automatisieren, wo das Prozesswissen liegt.
Die Stärken moderner LC/NC-Plattformen lassen sich in drei Kernpunkten zusammenfassen:
- Time-to-Automation: Durch visuelle Recorder und vorgefertigte Bausteine entstehen erste automatisierte Tests oft in Minuten statt Tagen.
- Wartbarkeit als Prinzip: Statt brüchiger Skripte (die bei jeder UI-Änderung fehlschlagen) nutzen diese Tools objektbasierte Modelle und „Self-Healing“-Mechanismen.
- Zusammenarbeit: Die Automatisierung wird für alle lesbar. Business-Analysten verstehen den Testablauf ebenso wie Entwickler, was Missverständnisse drastisch reduziert.
Strategischer Einsatz: Wann lohnt sich Low-Code?
Trotz der offensichtlichen Vorteile ist Low-Code kein Allheilmittel, das blindlings auf jede Teststufe geworfen werden sollte. Der größte Hebel entsteht, wenn Organisationen LC/NC in der Testautomatisierung dort einsetzen, wo es seine Stärken der Skalierung ausspielt, und es klug mit codebasierten Ansätzen kombinieren.
Der „Sweet Spot“ für Low-Code liegt in der fachlichen Breite:
Besonders bei End-to-End-Tests, User Acceptance Tests (UAT) und der breiten Regression von Geschäftsprozessen ist LC/NC unschlagbar. Hier müssen Tests oft von Personen erstellt oder validiert werden, die tiefes Prozesswissen haben, aber keine Entwickler sind. LC/NC schlägt hier die Brücke zwischen Fachbereich und Entwicklung. Wenn das SUT (System Under Test) beispielsweise keine hochkomplexe Backend-Applikation, sondern primär eine Website ist, entfaltet die Low-Code Testautomatisierung ihr volles Potenzial, da sie standardisierte Web-Interaktionen extrem effizient abbildet.
Grenzen erkennen:
Dort, wo es um hochtechnische Integrationen, unit-nahe Tests und maximale Flexibilität und Erweiterbarkeit geht, bleibt die codebasierte Automatisierung oft überlegen. Eine moderne Teststrategie spielt diese Welten nicht gegeneinander aus, sondern orchestriert sie: Code für die technische Tiefe, Low-Code für die fachliche Breite.
Fazit: Qualitätssicherung als Enabler statt Bremser
Die Einführung von Low-Code Testautomatisierung ist mehr als nur ein Tool-Wechsel – es ist ein kultureller Wandel. Sie verwandeln die Qualitätssicherung von einer isolierten, oft überlasteten Expertengruppe in eine organisatorische Fähigkeit, die mit Ihren Anforderungen wächst.
Wenn Releases nicht mehr an fehlenden Testkapazitäten scheitern, sondern durch schnelle, stabile Quality Gates abgesichert werden, hat die Testautomatisierung ihr Ziel erreicht: Sie ist kein Flaschenhals mehr, sondern der Garant für Geschwindigkeit. Dafür ist es entscheidend, Low-Code nicht nur als Option zu sehen, sondern bereits bei der Planung Ihrer Automatisierungsarchitektur gezielt zu evaluieren und als festen Baustein für Skalierbarkeit einzuplanen.
Sie möchten sehen, wie moderne Low-Code-Testautomatisierung in der Praxis aussieht?Wir zeigen Ihnen gerne, wie wir Low-Code-Plattformen, KI-basierte Testtools und Cloud-Testumgebungen wie BrowserStack in reale Testlandschaften integrieren.“
